MPU-Fragen: Alkohol
57 typische Fragen zum Thema Alkohol, geordnet nach den Abschnitten des Gesprächs. Tipp auf eine Frage, um zu sehen, warum der Gutachter sie stellt.
Offenheit und Stimmigkeit mit der Akte
Die Tat
- Schildern Sie bitte den Tag der Trunkenheitsfahrt: Was haben Sie wann getrunken?
- Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie nach dem Trinken entschieden haben, selbst zu fahren?
- Sie sind nach einer Feier mit dem E-Scooter gefahren, bei 1,8 Promille. Was haben Sie damals über dieses Fahrzeug gedacht?
- Sie sind mit dem Fahrrad unter Alkohol aufgefallen. Wie kam es an dem Abend dazu, und was haben Sie über das Radfahren gedacht?
- Sie sind nicht gefahren, wurden aber mit einem sehr hohen Alkoholwert in der Notaufnahme behandelt. Warum, glauben Sie, beschäftigt das die Fahrerlaubnisbehörde?
- Sie sind am Morgen nach einem Abend mit Alkohol zur Arbeit gefahren und kontrolliert worden. Wie haben Sie die Lage an diesem Morgen eingeschätzt?
- Bei der Fahrt unter Alkohol kam es zu einem Unfall. Wen oder was haben Sie dabei gefährdet?
- Wie lief der Abend bis zur Kontrolle ab, und wann haben Sie zum letzten Mal etwas getrunken?
Vorgeschichte
- Wie hat sich Ihr Alkoholkonsum über die Jahre entwickelt?
- Sie sind nicht zum ersten Mal unter Alkohol aufgefallen. Was ist nach dem ersten Mal geschehen, und warum hat es nicht gereicht?
- Erzählen Sie von Zeiten, in denen Sie schon morgens oder tagsüber getrunken haben oder mehr als geplant. Wie sah das aus?
- Erzählen Sie mir von Zeiten, in denen Ihnen ohne Alkohol etwas gefehlt hat, zum Beispiel Ruhe, Mut oder gute Laune.
- Woran haben Sie früher gemerkt, dass Sie genug getrunken hatten, und wie war das in der Zeit vor dem Vorfall?
- Welche Phasen ohne Alkohol gab es in Ihrem Leben, wie kam es dazu, und wie ging es danach weiter?
- Wie sah eine ganz normale Woche in den Monaten vor dem Vorfall aus, was Alkohol betrifft?
- Wie oft sind Sie vor der Kontrolle schon unter Alkohol gefahren, ohne dass es jemand bemerkt hat?
Ursachen
- Welche Belastungen gab es in Ihrem Leben, bei denen Sie Alkohol zum Aushalten genutzt haben, und wie gehen Sie heute damit um?
- Wozu hat Ihnen der Alkohol nach der Arbeit gedient, und was hätte Ihnen dasselbe ohne Alkohol gegeben?
- Welche Rolle haben Ihre Freunde, Ihre Familie oder Ihr Verein dabei gespielt, dass Sie so viel getrunken haben?
- Welche Rolle hat Alkohol für Sie im Kontakt mit anderen Menschen gespielt?
- Wie hat Ihr Umfeld vor dem Vorfall auf Ihr Trinken reagiert, und wie sind Sie damit umgegangen?
- Wie wurde in Ihrem Elternhaus mit Alkohol umgegangen, und was davon haben Sie vielleicht unbemerkt übernommen?
Einsicht
- Wenn Sie an Ihr Trinkverhalten denken, abgesehen von der Fahrt: Worin liegt für Sie das eigentliche Problem?
- Für Fahranfänger und Fahrer unter 21 gilt ein Alkoholverbot am Steuer, auch wer vorher getrunken hat, darf nicht fahren. Wie haben Sie diese Regel damals gesehen?
- Bei Ihrer Fahrt ist nichts passiert. Was haben Sie damals über Ihre Fahrt gedacht, und wie sehen Sie diese Einschätzung heute?
- Welches Wort würden Sie heute für Ihr früheres Trinken wählen, und was macht Sie sicher, dass es passt?
- Was haben Sie in der Therapie über Ihre Abhängigkeit verstanden, was Sie vorher nicht gesehen haben?
- Wer trägt aus Ihrer Sicht die Verantwortung dafür, dass Sie an diesem Abend betrunken gefahren sind?
- Sie hatten 1,7 Promille und haben sich trotzdem noch fahrtüchtig gefühlt. Wie erklären Sie sich das?
- Was hat Ihr Trinken für Ihre Familie schon vor dem Vorfall bedeutet?
Veränderung und Belege
- Sie sagen, dass Sie keinen Alkohol mehr trinken. Seit wann gilt das, und welche Belege gibt es dafür?
- Wie waren für Sie die ersten Wochen ohne Alkohol, und was war schwerer, als Sie erwartet hatten?
- Wann haben Sie angefangen, etwas zu ändern, und was war der erste Schritt, den man heute noch nachvollziehen kann?
- Welche Hilfe haben Sie sich gesucht, um vom Alkohol wegzukommen, und was hat sie konkret verändert?
- Zwischen Ihrem letzten Glas und Ihrem ersten Nachweis liegen Monate. Was war in dieser Zeit, und wer kann es bestätigen?
- Was haben Sie seit dem Vorfall konkret geändert, damit Trinken und Fahren bei Ihnen getrennt bleiben, und woran kann man das nachvollziehen?
- Wie viel und wie oft trinken Sie heute, und wie halten Sie das fest, damit es für andere nachvollziehbar ist?
- Woran merken Menschen in Ihrem Umfeld, dass Sie anders mit Alkohol umgehen als früher?
- Sie haben sich für Ihren künftigen Umgang mit Alkohol ein Ziel gesetzt. Warum dieses und nicht das andere?
Stabilität
- Was trägt Ihre Abstinenz im Alltag, auch an Tagen, an denen es Ihnen schlecht geht?
- Wie gehen Sie zu Hause mit Alkohol um, zum Beispiel wenn Besuch kommt?
- Wie gehen Sie heute mit alkoholfreiem Bier, alkoholfreiem Sekt oder Cocktails ohne Alkohol um, und warum so?
- Warum wäre Ihnen die Veränderung auch dann wichtig, wenn Sie Ihren Führerschein gar nicht zurückbekommen müssten?
- Was trägt im Alltag dazu bei, dass Trinken und Fahren bei Ihnen getrennt bleiben, ohne dass Sie jedes Mal neu darüber nachdenken müssen?
- Was ist in Ihrem Leben an die Stelle des Alkohols getreten, und wie sieht ein ganz normaler Abend heute aus?
Rückfallvermeidung
- Angenommen, Sie trinken eines Tages doch wieder Alkohol, obwohl Sie das nicht wollten. Was passiert dann?
- Auf einer Feier bietet Ihnen jemand ein Glas an und drängt, doch mit anzustoßen. Was tun Sie in diesem Moment, und woran merken Sie, dass es für Sie kippt?
- Nach Ihrer ersten Auffälligkeit hatten Sie aufgehört. Wie kam es zum ersten Glas danach, und warum blieb es nicht dabei?
- Was würden Sie tun, wenn Sie in eine schwere Krise geraten, etwa Jobverlust oder Trennung, und früher dafür getrunken hätten?
- Woran würden Sie merken, dass Sie wieder in alte Muster rutschen, und was tun Sie dann?
Zukunft
- Wie lange braucht Ihr Körper ungefähr, um eine Menge wie an jenem Abend abzubauen, und was folgt daraus für Ihren nächsten Morgen?
- Sie wollen dauerhaft ohne Alkohol leben. Wie sorgen Sie in den nächsten Jahren dafür, dass das so bleibt, auch wenn sich Ihr Leben verändert?
- Wie gehen Sie in den nächsten Jahren mit Alkohol um, wenn sich Ihr Leben verändert, und was gilt für Sie dann beim Fahren?
- Was haben Sie in Ihrer Lebensplanung, bei Arbeit, Wohnen und Freizeit, so eingerichtet, dass Alkohol und Autofahren nicht mehr zusammenkommen?
- Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Regel zu Trinken und Fahren auch in seltenen Lagen hält, etwa bei einem Notfall, am Morgen danach oder im Urlaub?